Pflege bei MRSA: Pflegetipps für Zuhause
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Einleitung
Pflege bei MRSA: Pflegetipps für Zuhause Jetzt Hausnotruf beantragen Marina Engler Journalistin für Wissenschaft und Verbraucherschutz Das Wichtigste in Kürze Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) sind gegen verschiedene Antibiotika resistent. Eine Behandlung von MRSA ist aber möglich mit einer Kombination aus Reserve-Antibiotika und antibakteriellen Salben und Spülungen. Pflegende müssen auf eine erhöhte Hygiene achten. Pflegebedürftige mit chronischen Wunden, künstlichen Körperöffnungen und bestimmten Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko zu erkranken und sind schwerer zu behandeln. Wer einmal MRSA-Träger war, muss das zukünftig bei Krankenhausaufenthalten melden. Für gesunde Menschen ist das Risiko einer Infektion sehr geri...
Was ist MRSA?
Die Abkürzung MRSA steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Das Bakterium, gegen das viele gängige Antibiotika nicht mehr wirken, wird manchmal auch einfach als „Krankenhauskeim“ bezeichnet. Das liegt daran, dass in einem Krankenhaus viele Erkrankte auf vergleichsweise engem Raum zusammenkommen, von denen wiederum viele mit Antibiotika behandelt werden. Je häufiger das geschieht, desto wahrscheinlicher überleben einzelne Bakterien und geben diese Resistenz an nachfolgende Generationen weiter. Eine Ansteckung mit dem Keim ist daher in einem Krankenhaus wahrscheinlicher als anderswo. So entstehen mit der Zeit immer mehr Keime, denen die Antibiotika nichts mehr anhaben können. Von den Aureus-Staphylokokken waren eine Zeitlang etwa 20 Prozent der in Krankenhäusern untersuchten ...
Machen MRSA immer schwer krank?
Die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, im Laufe des Lebens irgendwann mit MRSA in Kontakt zu kommen. Allerdings machen die Bakterien nicht zwangsläufig krank. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 30 Prozent aller Menschen MRSA-Bakterien mit sich tragen. Solange die Haut intakt ist und keine Immunschwäche vorliegt, lösen die Bakterien aber keine Infektion aus. Kritisch wird es erst, wenn die multiresistenten Keime in den Körper vordringen und sich dort ausbreiten. Dann können die Staphylokokken schwere Infektionen auslösen. Angebot In Kooperation mit deinePflege...
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Wer ist gefährdet?
Ein besonders hohes Risiko, nach einer Besiedelung mit MRSA zu erkranken, haben neben Pflegeheimbewohnern auch Diabetiker Dialysepatienten Menschen mit geschwächtem Immunsystem Menschen mit Hautverletzungen wie chronischen Wunden oder Neurodermitis Menschen mit künstlichen Körperöffnungen wie Kathetern oder einem Luftröhrenschnitt Menschen mit künstlichen Gelenken Wenn Menschen bereits pflegebedürftig sind, ist es nicht so unwahrscheinlich, dass sie einen der genannten Punkte erfüllen. Müssen sie dann ins Krankenhaus, zum Beispiel für eine Operation, gelten besondere Hygienestandards, damit sie sich möglichst nicht mit resistenten Keimen infizieren....
Auswirkungen einer Infektion
Doch manchmal nutzt das nichts und Patienten stecken sich doch mit MRSA an und entwickeln eine Infektion. Dabei kann es sich zum Beispiel um Hautentzündungen wie etwa Geschwüre, um Wundinfektionen, eine Harnwegsinfektion, eine Lungenentzündung oder eine Blutvergiftung (Sepsis) handeln. Wenn schwere Infektionen zunächst nicht abheilen, weil die verwendeten Antibiotika nicht wirken, kann im schlimmsten Fall sogar eine Amputation nötig sein. Unter ungünstigen Umständen kann durch eine solche Entwicklung erst ein Pflegebedarf entstehen. Womöglich entwickelt sich zum Beispiel eine chronische Wunde , die noch lange ambulant nachbehandelt werden muss. Durch Komplikationen kann es auch zu einer Depression oder einer Angststörung kommen. Wenn vorher bereits Grunderkrankungen vorlagen, kann auch ein...
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Behandlung von MRSA zuhause
Grundsätzlich werden MRSA-Patienten gleichzeitig mit vier verschiedenen Methoden therapiert. Diese Behandlungskombination wird auch „Sanierung“ oder „Sanierungstherapie“ genannt. Damit sollen möglichst alle MRSA-Bakterien von der Haut und den Schleimhäuten der erkrankten Person entfernt und die ausgelöste Infektion geheilt werden.
Die Sanierungstherapie
Die sogenannte Grundsanierung ist je nach Situation entweder im Krankenhaus oder zuhause möglich. Sie dauert etwa eine bis zwei Wochen. Bei ansonsten gesunden Patienten sind die Keime dann in der Regel abgetötet. Medikamente: Die Behandler müssen mithilfe von Labor-Untersuchungen ein Antibiotikum finden, das gegen die vorliegenden multiresistenten Keime noch wirkt. Häufig wird dafür eine Kombination aus mehreren Reserve-Präparaten verwendet. Salben und Spülungen: Besonders viele Bakterien siedeln sich meist im Bereich von Nase und Rachen an. Mithilfe von antibakteriellen Salben und Spülungen können diese direkt vor Ort abgetötet werden. Wenden Sie diese konsequent an. Hygiene: Eine besonders hohe Hygiene hilft, dass die Bakterien nicht auf Hilfsmitteln oder der Haut von Pflegepersonen oder...
Schwierige Faktoren
Manchmal erschweren bestimmte Grunderkrankungen oder andere Umstände die Sanierung. Eine schlecht heilende Wunde oder ein Katheter gelten beispielsweise als „sanierungshemmende Faktoren“, die oft dafür sorgen, dass nicht alle MRSA-Keime abgetötet werden können. Die Bakterien finden in der Wunde oder auf dem Material des Katheters mit jeweils direktem Zugang zum Körper schließlich ideale Bedingungen, um zu überleben und sich immer wieder zu vermehren. In solchen Fällen kann es passieren, dass die Sanierung deutlich länger dauert oder sogar nie vollständig abgeschlossen werden kann. Eine Therapie, um die Anzahl der Keime deutlich zu reduzieren, ist aber auch dann in der Regel sinnvoll. Angebot In Kooperation mit deinePflege...
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Hygiene während der Therapie
Unabhängig von der Dauer der Behandlung ist eine besonders gute Hygiene währenddessen sehr wichtig. Sie trägt maßgeblich zum Erfolg der Sanierung bei, weil die Bakterien dann nicht außerhalb des Körpers überleben, sich vermehren und wieder zurückwandern können. Zu den unbedingt notwendigen Hygiene-Maßnahmen gehören folgende: Gründliches Händewaschen! Auch wenn es selbstverständlich erscheint, muss dies zu allererst erwähnt werden. Alle im Haushalt Lebenden müssen sich regelmäßig und gründlich die Hände waschen, insbesondere natürlich nach dem Toilettengang und vor dem Essen. Gründlich bedeutet: Mit Wasser und Seife für mindestens 30 Sekunden, anschließend unter fließendem Wasser abspülen und vollständig abtrocknen. Für eine besonders wirksame Reinigung können antiseptische Seife und Shampo...
Reha-Maßnahmen bei MRSA
Je nach Auswirkungen der MRSA-Infektion(en) kann es sinnvoll sein, nach der Behandlung eine Rehabilitations-Maßnahme mitzumachen. Das ist besonders dann empfehlenswert, wenn sich signifikante Veränderungen für den Alltag ergeben haben. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn durch die Infektion dauerhafte Lungenschäden entstanden sind oder wenn sich der körperliche Gesamtzustand verschlechtert hat. Sollte eine Amputation nötig gewesen sein, ist eine Reha in aller Regel zwingend erforderlich, um einen neuen Alltag mit Hilfsmitteln einzuüben. Auch bei weniger drastischen Einschränkungen kann eine Reha, vor allem für ältere, genesene MRSA-Patienten, eine gute Sache sein. In einer passenden Reha-Einrichtung ist es beispielsweise möglich, eine neue Ernährung zu etablieren, den Umgang mit neue...
Hilfsmittel bei MRSA
Ob und welche technischen oder Pflege-Hilfsmittel bei der Behandlung von MRSA benötigt werden, kommt auf den individuellen Verlauf an. Fast immer sind in der akuten Phase folgende nötig: Desinfektionsmittel – für Körper und Flächen Einweg-Handschuhe Antiseptische Seifen Je nach Art der Infektion und deren Auswirkungen können weitere Hilfsmittel notwendig sein, wie etwa Atemtherapie- und Sekretabsaug-Geräte nach einer schweren Lungenentzündung, Bettschutz-Einlagen nach Harnwegsinfektionen oder medizinische Messgeräte , etwa für den Blutdruck. Sofern die Hilfsmittel zur Behandlung einer Erkrankung notwendig sind, können gesetzlich Versicherte sich diese von ihrer Krankenkasse verschreiben lassen. Dann ist dafür nur eine geringe Zuzahlung notwendig. Privat Versicherte haben teils geringere An...
FAQ Section
Q: Wie wird MRSA zuhause behandelt? A: Eine Infektion, die durch Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus, kurz MRSA, ausgelöst wurde, wird grundsätzlich mit vier Maßnahmen gleichzeitig behandelt. Das sind die Gabe von wirksamen Antibiotika, der Einsatz von antibakteriellen Salben und Mundspülungen, besondere Hygiene-Maßnahmen sowie eine gewisse Isolierung. Letztere ist allerdings zuhause nicht so streng wie in einem Krankenhaus, da MRSA vor allem für bereits kranke Menschen eine Gefahr darstellt.Die Behandlung mit Medikamenten dauert etwa eine bis zwei Wochen. In dieser Zeit müssen alle Mitbewohner im Haus einer infizierten Person auch besonders auf Hygiene achten. Dazu gehört vor allem das regelmäßige, gründliche Händewaschen, eine optimierte Mundhygiene sowie die strikte Getrennt-Nutzung, das tägliche Wechseln und das heiße Waschen von Handtüchern und anderen Hygiene-Artikeln. Pflegende sollten außerdem bei körpernahen Tätigkeiten Handschuhe tragen und offene Wunden sowohl bei sich als auch bei der erkrankten Person und allen anderen mit im Haushalt Lebenden sofort abdecken.
Q: Ist die Versorgung einer Person mit MRSA für die pflegende Person gefährlich? A: Wenn die pflegende Person selbst gesund ist, können die MRSA-Keime ihr in aller Regel nichts anhaben. MRSA sind Hautkeime und viele Menschen tragen diese unbemerkt auf der Haut, ohne dass sie daran erkranken. Denn bei einer reinen Besiedelung mit den Bakterien passiert nichts, da die Haut und die Schleimhaut einen natürlichen Schutz vor Staphylokokken darstellen.Nur wenn die Bakterien, etwa durch Wunden, in den Körper eindringen und sich dort, etwa durch eine geschwächte Immunabwehr, vermehren, kann es zu einer Infektion kommen. Die Infektionen selbst sind auch nicht per se gefährlicher als von anderen Staphylokokken ausgelöste Erkrankungen. Aber weil MRSA auf viele klassische Antibiotika nicht mehr reagieren, ist die Behandlung erschwert.
Q: Wer sollte eine Person mit MRSA lieber nicht versorgen? A: Bestimmte Risikogruppen sollten sicherheitshalber lieber Abstand zu Personen mit einer akuten MRSA-Infektion halten. Dazu gehören vor allem Menschen mit Diabetes, Dialysepatienten, Menschen mit geschwächtem Immunsystem, chronischen Wunden oder Neurodermitis sowie Personen, die selbst künstliche Körperöffnungen oder künstliche Gelenke haben. Diese können zwar grundsätzlich im Alltag unterstützen, sollten aber keine körpernahen Pflege-Arbeiten übernehmen.Wenn eine Schwangere eine mit MRSA infizierte Person pflegt, sollte sie zusätzlich zur besonderen Hygiene auch darauf achten, bei allen körpernahen Tätigkeiten sicherheitshalber Einweghandschuhe zu tragen. Zu Beginn des Mutterschutzes kann sie einen Genitalabstrich machen lassen, um zu überprüfen, ob dieser Bereich mit den multiresistenten Keimen besiedelt ist. Wenn ja, kann eine Sanierung sinnvoll sein, damit das Baby sich nicht bei der Geburt infiziert.
Q: Wie lange dauert es, bis eine MRSA-Infektion wieder verschwunden ist? A: Wenn jemand ausschließlich eine MRSA-Infektion hat und ansonsten gesund ist, lässt sich diese in der Regel innerhalb von einer bis zwei Wochen gut behandeln. Entscheidend ist, dass die behandelnde Praxis mit einem mikrobiologischen Labor zusammen mindestens ein Reserve-Antibiotikum findet, das die Keime abtöten kann. Zusammen mit anti-bakteriellen Salben und erhöhter Hygiene sind die Patienten dann nach kurzer Zeit meist wieder MRSA-frei. Als vollständig genesen gelten sie allerdings erst nach zwölf Monaten ohne erneute Infektion.Schwieriger wird es, wenn bereits Grund-Erkrankungen vorliegen, wenn Patienten zu chronischen Wunden neigen oder künstliche Körperöffnungen wie ein Katheter vorliegen. Dann haben es die resistenten Keime leichter, immer wieder in den Körper einzudringen und sich dort anzusiedeln. Eine Behandlung kann dann mehrere Monate dauern. In manchen Fällen werden Patienten die MRSA nie wieder vollständig los. Das ist aber eher selten.
Q: Wird nach einer MRSA-Infektion immer Pflege nötig sein? A: Das kommt auf die Umstände an. In vielen Fällen lassen sich MRSA mit der richtigen Behandlung sehr stark eindämmen oder komplett vernichten. Durch einen schweren Verlauf können aber bleibende Schäden entstehen, die dann auch eine dauerhafte Pflege nötig machen.Je früher eine MRSA-Infektion erkannt wird, desto besser stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung mit möglichst wenigen Nachwirkungen. Lassen Sie sich bei einem Verdacht daher lieber früher als zu spät auf die resistenten Keime hin untersuchen.
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