Pflege bei Angststörungen: Formen, Ursachen & Behandlung
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Einleitung
Pflege bei Angststörungen: Formen, Ursachen & Behandlung Jetzt Pflegegrad beantragen Claudia Barredo Both (Medizinjournalistin) Schreibt als Medizinjournalistin für Pflegebox Das Wichtigste in Kürze Bei einer Angsterkrankung steht ein übersteigertes Angstempfinden im Vordergrund, das den Alltag Betroffener einschränkt. Angsterkrankungen werden unterteilt in die generalisierte Angststörung, Panikstörung und phobische Störungen. Bekanntes Symptom einer Angsterkrankung sind unter anderem Panikattacken. Die kognitive Verhaltenstherapie durch erfahrene Therapeuten, mit oder ohne zusätzliche medikamentöse Behandlung, bietet bei vielen Angsterkrankungen eine gute Behandlungsmöglichkeit. Einige körperliche Erkrankungen und Medikamente können Symptome e...
Definition und Formen von Angststörungen
Angststörungen sind definiert als psychische Störungen, bei denen ein übersteigertes Angstempfinden im Vordergrund steht. Dieses fehlregulierte Gefühl der Angst ist so stark ausgeprägt bzw. tritt so häufig auf, dass es den Alltag Betroffener dauerhaft einschränkt. Meist besteht ein hoher Leidensdruck, da die Angst von Betroffenen selbst als unkontrollierbar und/oder unbegründet empfunden wird.
Formen
Die Angststörungen werden in drei größere Gruppen unterteilt: Die generalisierte Angststörung, Panikstörungen und phobische Störungen. Wann tritt Angst auf? Wovor haben Betroffene Angst? Wie äußert sich die Angst? Generalisierte Angststörung Chronisch bzw. an den meisten Tagen, oft mit Schwankungen im Tagesverlauf Meist bestehen Sorgen um alltägliche Dinge, die eigene Gesundheit oder um geliebte Menschen Anhaltende innere Anspannung, Sorgen, Gedankenkreisen Panikstörung In unspezifischen Situationen, plötzlich und unerwartet Kein spezifischer Auslöser Akute Panikattacke mit unterschiedlich stark ausgeprägten körperlichen Symptomen wie Atemnot, Herzklopfen, Schwitzen, Zittern, ggf. bis hin zur Ohnmacht Phobische Störung In spezifischen, objektiv ungefährlichen Situationen Individuell unters...
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Symptome einer Angststörung
Bei Angststörungen steht die Angst im Vordergrund, die so stark ausgeprägt ist, dass Betroffene ihren Alltag nicht ohne Weiteres durchführen können und starken Leidensdruck empfinden. Bei einer generalisierten Angststörung besteht die Angst dauerhaft und äußert sich in ständig wiederkehrenden Sorgen und Ängsten. Diese Sorgen haben in der Regel einen realen Hintergrund, sind also im Grunde nachvollziehbar, dabei aber so stark ausgeprägt, dass Betroffene ihren Alltag nicht mehr bewältigen können. Dazu kommen körperliche Symptome wie Anspannung, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen oder Veränderungen im Essverhalten. Im Unterschied zur generalisierten Angststörung betreffen Phobien typischerweise Dinge, die objektiv harmlos sind. Teil des Leidensdrucks ist auch, dass Betrof...
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Behandlung einer Angststörung
Bei der Behandlung einer Angststörung stehen die Wünsche Betroffener sowie die Ausprägung und Art der Symptome im Vordergrund. Weit verbreitete spezifische Phobien, wie zum Beispiel die Spinnenphobie, bedürfen oft gar keiner Behandlung, da Betroffene durch eingespieltes Vermeidungsverhalten ihrem Alltag problemlos nachgehen können. Eine Behandlung, meist durch ein Expositionstraining, ist auf Wunsch möglich und oft erfolgreich. Die kognitive Verhaltenstherapie hat bei Angststörungen die höchste Evidenz der psychotherapeutischen Verfahren und ist somit in der Regel die erste Wahl. Ziele der Therapie sind die Verringerung der Angst, der Abbau von Vermeidungsverhalten, Strategien für Rückfälle sowie die Verbesserung des Alltags- und Berufslebens. Weitere Therapiemöglichkeiten sind die psychod...
Ursachen finden und vorbeugen
Die Ursachen von Angststörungen sind, wie bei allen psychischen Erkrankungen, vielschichtig und nur schwer eingrenzbar. Vermutet werden Zusammenhänge zwischen genetischer Veranlagung und begünstigenden Umwelteinflüssen, wie zum Beispiel traumatische Erlebnisse oder ein belastendes Familienverhältnis. So ist auch das Vorbeugen von Angststörungen schwierig. Ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung, Stressvermeidung soweit möglich sowie ein stabiles soziales Umfeld sind natürlich empfehlenswert, um psychische Erkrankungen zu vermeiden. Ein sicheres Mittel dagegen gibt es jedoch nicht. Ebenso wenig gibt es den einen Risikofaktor, bei dessen Vorliegen eine Angststörung vorprogrammiert ist. Achtung! Die Symptomatik einer Angststörung kann auch ...
Praxisbeispiel
Die 50-jährige Frau S. leidet seit dem Versterben ihres Ehepartners vor drei Jahren zunehmend an einer Depression, einer schweren generalisierten Angststörung sowie einer Agoraphobie. Sie hat Angst, alleine die eigene Wohnung zu verlassen, und schafft dies in letzter Zeit auch in Begleitung nicht mehr. Nachdem sie beim Autofahren mehrmals Panikattacken erlitten hat, die zu Beinahe-Unfällen geführt haben, vermeidet sie dies nun. Ihre Schwiegertochter und Frau S.‘ Bruder wechseln sich damit ab, für Frau S. einzukaufen und sie zu Behördengängen zu begleiten. An einigen Tagen kann Frau S den eigenen Haushalt ausreichend führen, an anderen fesseln sie ihre Sorgen und Ängste ans Bett. Zudem bestehen heftige Schlafstörungen und Frau S. schläft in den meisten Nächten nur wenige Stunden. Frau S. se...
Rolle des Pflegepersonals bei Patienten mit Angststörungen
Die Rolle des Pflegepersonals bei Betroffenen von Angststörungen richtet sich danach, wie stark die Angststörung ausgeprägt ist und ob sie den Hauptgrund für die Pflegebedürftigkeit darstellt. Hat eine körperlich erkrankte pflegebedürftige Person zusätzlich eine leicht ausgeprägte Angststörung, so reicht unter Umständen ein freundlicher, empathischer, bestärkender Umgang durch das Pflegepersonal bereits aus. Ist eine Angsterkrankung, evtl. gemeinsam mit anderen psychischen Störungen, jedoch sehr stark ausgeprägt, so kommt dem Pflegepersonal eine andere Rolle zu. Zum Beispiel muss das Pflegepersonal eine Person mit Agoraphobie möglicherweise bei Besorgungen begleiten. Ebenso können Menschen mit starker sozialer Phobie lange brauchen, bis sie sich wohl genug fühlen, neues Pflegepersonal in i...
Tipps für Pflegekräfte im Umgang mit angespannten Patienten
Im Rahmen einer Angsterkrankung, aber auch im Rahmen anderer psychischer Erkrankungen, oder schlichtweg durch eine belastende Ausnahmesituation im Leben können sich Menschen akut angespannt oder sogar aggressiv gegenüber sich selbst oder anderen Menschen verhalten. Pflegepersonal erlebt solche Situationen berufsbedingt leider häufig. Viele Menschen und auch Pflegende fühlen sich unsicher, wie sie in derartigen Situationen reagieren sollen. Eine Pauschalregel gibt es leider nicht. Allerdings können folgende Deeskalationstipps helfen: Das Wichtigste vorweg: Achten Sie auf Ihre eigene Sicherheit. Lassen Sie sich von Kollegen begleiten, wenn Sie bei Patienten ein mulmiges Bauchgefühl haben. Ziehen Sie sich frühzeitig aus der Situation zurück, wenn Sie um Ihre Sicherheit fürchten. Behalten Sie ...
FAQ Section
Q: Was sind Angststörungen? A: Angststörungen sind psychische Erkrankungen, bei denen ein übersteigertes und von tatsächlichen Gefahrensituationen entkoppeltes Angstgefühl im Vordergrund steht.
Q: Was für Formen von Angststörungen gibt es? A: Die gängige Einteilung unterteilt Angststörungen in die generalisierte Angststörung, Panikstörungen und phobische Störungen. Sonderformen der phobischen Störungen sind die Agoraphobie und die soziale Phobie.
Q: Welche Symptome hat man bei einer Angststörung? A: Je nach Erkrankung kann sich die Angst in ständig schwebenden Sorgen und Ängsten und/oder in Panikattacken äußern. Zudem liegen meist körperliche Symptome vor, wie Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Veränderungen im Essverhalten, Müdigkeit oder Rastlosigkeit.
Q: Wie wird eine Angststörung behandelt? A: Die gängigste und meist gut wirksame Therapie ist die kognitive Verhaltenstherapie. Bei spezifischen Phobien beinhaltet sie meist ein Expositionstraining mit guter Erfolgsrate. Wenn nötig können auch Medikamente wie Antidepressiva zum Einsatz kommen.
Q: Was kann ich selbst bei einer Angststörung tun? A: Möglichkeiten für Sie selbst sind das Erlernen von Entspannungsverfahren wie Meditation oder Yoga sowie Atemtechniken, regelmäßiger Ausdauersport, die Teilnahme an Selbsthilfegruppen sowie zertifizierte Internetprogramme und Handy-Apps.
Q: Wie reagiere ich selbst bei einer Panikattacke? A: Versuchen Sie ruhig zu bleiben. Wenn Sie das Gefühl der beginnenden Panikattacke bereits kennen, versuchen Sie sich abzulenken: Rufen Sie einen befreundeten Menschen an, gehen Sie an die Luft, machen Sie Musik an, die Sie mögen. Ist die Panikattacke bereits in vollem Gange, versuchen Sie, ruhig und gleichmäßig zu atmen. Hierzu gibt es Techniken, die Sie erlernen können. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Umgebung und auf konkrete Dinge, die Sie umgeben. Sagen Sie sich, dass die Panikattacke ein Maximum erreichen und dann wieder abflauen wird, und dass Sie es schaffen können, die Angst so lange auszuhalten.
Q: Wie kann ich jemandem helfen, der gerade eine Panikattacke hat? A: Versuchen Sie, Ruhe auszustrahlen und mit ruhiger, freundlicher Stimme zu sprechen. Bei Atemnot können Sie den Betroffenen zum gemeinsamen Atmen anleiten. Falls gewünscht können Sie versuchen, den Betroffenen durch ein Gespräch abzulenken. Vielen Menschen auch hilft frische Luft oder körperliche Bewegung.
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