Pflege bei Blasenschwäche: Trocken und sicher bleiben
Blasenschwäche (Harninkontinenz) ist häufig, aber schambesetzt: Viele Betroffene und Angehörige sprechen nicht offen darüber. Dabei gibt es für fast jede Form der Harninkontinenz effektive Behandlungsmöglichkeiten von Beckenbodentraining bis hin zu Medikamenten.
In der häuslichen Pflege geht es nicht nur um die Auswahl der richtigen Hilfsmittel, sondern vor allem um die Bewahrung der Würde des Patienten.
Das Wichtigste in Kürze
- Formen unterscheiden: Dranginkontinenz (plötzlicher, starker Harndrang), Belastungsinkontinenz (beim Husten, Niesen), Überlaufinkontinenz.
- Nicht weniger trinken! Wer zu wenig trinkt, hat konzentrierteren Urin, der die Blase noch mehr reizt.
- Beckenbodentraining: Hilft besonders bei Belastungsinkontinenz auf Rezept durch Physiotherapeuten!
- Kostenübernahme: Inkontinenz-Vorlagen und Pants zahlt die Krankenkasse auf Rezept.
1. Die häufigsten Formen der Harninkontinenz
Dranginkontinenz: Ein plötzlicher, nicht unterdrückbarer Harndrang oft kein Schaffen bis zur Toilette. Ursache: überaktive Blase (Detrusor). Häufig bei neurologischen Erkrankungen (Schlaganfall, MS, Parkinson).
Belastungsinkontinenz: Urinverlust bei körperlicher Belastung (Husten, Niesen, Lachen, Heben). Ursache: geschwächter Beckenboden. Häufig nach Geburten oder in der Menopause. Gut behandelbar!
Überlaufinkontinenz: Blase ist übervoll und "überläuft" in kleinen Mengen. Ursache oft: Harnverhalt durch Prostatahypertrophie oder neurologische Schädigung.
2. Toilettentraining (Blasentraining)
Gerade bei Dranginkontinenz hilft ein strukturiertes Toilettentraining:
- Feste Toilettenzeiten alle 2 Stunden einhalten (auch wenn kein Harndrang besteht)
- Harndrang "hinauszögern" aktiv 5 Minuten warten lernen, bevor zur Toilette gegangen wird
- Beckenboden bei Harndrang kurz anspannen ("Stopp-Technik")
Dieses Training wird unter physiotherapeutischer Anleitung am besten erlernt.
3. Die richtige Versorgung
Was die Krankenkasse zahlt (auf Rezept):
- Anatomisch geformte Einlagen (Vorlagen)
- Pull-up-Pants für mobile Patienten
- Klebewindeln für bettlägerige Patienten
- Kathetermaterial bei dauerhaftem Harnverhalt
Was die Pflegekasse zahlt (42€/Monat via CareBoxx):
- Einweghandschuhe für den Wechsel der Inkontinenzmaterialien
- Bettschutzeinlagen (Einweg) für die Nacht
- Händedesinfektion nach jedem Wechsel
4. Hautpflege bei Inkontinenz
Urin schädigt die Haut: Rötungen, Brennen und offene Stellen (Inkontinenzassoziierte Dermatitis) entstehen.
- Nur mit warmem Wasser und milden Produkten reinigen
- Sanft abtupfen, nicht reiben
- Barrierecremes (Zinksalbe) nach jeder Reinigung auftragen
- Atmungsaktive Materialien wählen
Ihre monatliche Inkontinenz-Hygiene-Box
CareBoxx liefert Ihnen monatlich kostenlose Pflegehilfsmittel (Einweghandschuhe, Bettschutzeinlagen, Desinfektion) auf Kosten der Pflegekasse. Direkte Abrechnung, kein Papierkram für Sie.




