Pflegestützpunkt: Die kostenlose Beratungsstelle, die kaum jemand kennt
Wo beantrage ich einen Pflegegrad? Welche Pflegeleistungen stehen mir zu? Wie finde ich einen ambulanten Pflegedienst in meiner Nähe? Wer hilft mir beim Antrag auf Wohnumfeldverbesserung?
Diese Fragen stellen sich Millionen pflegende Angehörige in Deutschland und fühlen sich dabei völlig allein gelassen. Was die wenigsten wissen: Es gibt über 450 Pflegestützpunkte in Deutschland, die genau für diese Fragen geschaffen wurden. Die Beratung ist komplett kostenlos, finanziert durch Ihre Kranken- und Pflegekasse. Sie muss nicht mal einen Pflegegrad haben, um hinzugehen!
Pflegestützpunkt Das Wichtigste im Schnellcheck:
- Was? Eine regionale Beratungsstelle, die alle Fragen rund um die Pflege bündelt: Antragsverfahren, Leistungsansprüche, regionale Hilfsangebote, Umbaumaßnahmen, berufliche Freistellung.
- Für wen? Pflegebedürftige, Angehörige und jede Person, die Fragen zur Pflege hat auch ohne bestehenden Pflegegrad!
- Kosten? 0 Euro. Finanziert durch die Pflegekassen (§ 92c SGB XI).
- Wo finden? Über 450 Standorte bundesweit. Das Pflegetelefon des Bundes (030 20 17 91 31, Mo-Do 9-18 Uhr) vermittelt Sie an den nächsten Stützpunkt.
- Auch per Telefon/Hausbesuch: Sie müssen nicht hinfahren! Pflegestützpunkte beraten auch telefonisch oder kommen zu Ihnen nach Hause.
1. Was macht ein Pflegestützpunkt konkret?
Pflegestützpunkte sind Ihre zentrale Anlaufstelle für alle Pflegethemen. Die Berater (ausgebildete Pflegefachkräfte oder Sozialversicherungsfachangestellte) helfen Ihnen bei:
- Anträge stellen: Pflegegrad beantragen, Widerspruch einlegen, Schwerbehindertenausweis beantragen
- Leistungen durchblicken: Welches Pflegegeld steht mir zu? Wie funktioniert Verhinderungspflege? Was ist eine Kombinationsleistung?
- Hilfe vor Ort vermitteln: Ambulante Pflegedienste, Tagespflege-Einrichtungen, ehrenamtliche Einkaufshilfen, Selbsthilfegruppen in Ihrer Nachbarschaft
- Wohnung anpassen: Beratung zu Wohnumfeldverbesserungen (Treppenlift, barrierefreies Bad, Handläufe)
- Beruf und Pflege vereinen: Information zu Pflegezeit, Familienpflegezeit und kurzfristiger Arbeitsverhinderung
- Pflegealltag koordinieren: Erstellung eines individuellen Versorgungsplans, der alle Hilfsangebote bündelt
2. Wie finde ich meinen Pflegestützpunkt?
In Deutschland gibt es aktuell über 450 Pflegestützpunkte. Allerdings ist die Abdeckung je nach Bundesland sehr unterschiedlich:
- Gut ausgebaut: Rheinland-Pfalz, Saarland, Berlin, Brandenburg
- Alternative Modelle: Sachsen und Sachsen-Anhalt haben keine klassischen Pflegestützpunkte. Die Beratung findet dort über die Pflegekassen und kommunale Beratungsstellen statt.
So finden Sie den nächsten Pflegestützpunkt:
- Pflegetelefon des Bundes anrufen: 030 20 17 91 31 (Mo-Do 9-18 Uhr, kostenfrei)
- Ihre Pflegekasse fragen: Jede Kasse kann Ihnen den zuständigen Stützpunkt nennen
- Online suchen: Das ZQP (Zentrum für Qualität in der Pflege) bietet eine Datenbank aller Beratungsstellen
3. Merkmale einer guten Pflegeberatung
Nicht alle Pflegestützpunkte arbeiten auf dem gleichen Niveau (es fehlen bundeseinheitliche Standards). Achten Sie auf diese Qualitätsmerkmale:
- Fester Ansprechpartner: Sie bekommen eine Person zugewiesen, die Ihren Fall kennt (nicht jedes Mal jemand Neuen).
- Zeitnah erreichbar: Terminvergabe innerhalb von 1-2 Wochen, idealerweise kürzer.
- Hausbesuch möglich: Gute Stützpunkte kommen auch zu Ihnen sie sehen die Wohnsituation, beurteilen den Umbaubedarf und beobachten den Pflegealltag direkt.
- Unabhängig: Der Stützpunkt empfiehlt nicht nur den Pflegedienst, mit dem er eine Partnerschaft hat, sondern legt alle regionalen Optionen offen.
- Vertraulich: Alles, was Sie berichten, unterliegt der Verschwiegenheitspflicht.
Direkt vom Pflegestützpunkt empfohlen: Die CareBoxx
Viele Pflegestützpunkte weisen ihre Klienten im Beratungsgespräch auf den Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (42 €/Monat, § 40 SGB XI) hin. Oft scheitert die Umsetzung aber daran, dass Familien nicht wissen, wie sie dieses Budget unkompliziert aktivieren.
CareBoxx macht genau das in unter 2 Minuten:
- Wir übernehmen den kompletten Genehmigungsprozess bei Ihrer Pflegekasse
- Sie erhalten monatlich eine individuell zusammengestellte Box (Handschuhe, Desinfektion, Bettschutz, Mundschutz)
- 100 % kostenfrei, direkt an die Haustür
FAQ Pflegestützpunkt
Q: Kostet die Beratung im Pflegestützpunkt etwas? A: Nein, die Beratung ist komplett kostenfrei. Die Finanzierung übernehmen die Kranken- und Pflegekassen. Sie haben sogar einen gesetzlichen Anspruch auf professionelle Pflegeberatung (§ 7a SGB XI)!
Q: Muss ich einen Pflegegrad haben, um zum Pflegestützpunkt zu gehen? A: Nein! Jeder Mensch kann sich beraten lassen auch bevor Pflegebedürftigkeit eintritt. Das ist sogar besonders sinnvoll, um sich frühzeitig über eigene Vorsorgemöglichkeiten zu informieren.
Q: Was ist der Unterschied zwischen Pflegestützpunkt und Pflegeberatung der Kasse? A: Pflegestützpunkte sind kassenübergreifend und unabhängig. Die Pflegeberatung Ihrer eigenen Kasse (z.B. AOK oder Barmer) berät primär über deren eigene Leistungen. Im Pflegestützpunkt sitzen Berater verschiedener Kassen unter einem Dach und können über alle verfügbaren Angebote informieren.




